Geschichte

Viele Dörfer und Liegenschaften, die heute Teil des Hamburger Stadtgebietes sind, gehörten dauernd oder vorübergehend zum Grundbesitz des Klosters, dessen Flächenumfang im 14. Jahrhundert größer als das Gebiet der damaligen Stadt Hamburg war.

Über die Geschichte des Klosters und die Lebensführung der Klosterfrauen bis zur Reformation ist nur wenig berichtet, voraus wir schließen dürfen, dass die Nonnen bei Rat und Bürgern Hamburgs wohl gelitten waren und ein friedliches Leben in ihrer klösterlichen Abgeschiedenheit führten. Das Leben der Nonnen verlief jahrzehntelang in altgewohnten Bahnen, bis durch die Reformation und die von Johannes Bugenhagen in Hamburg 1529 eingeführte neue Kirchenordnung der eingreifende Einschnitt erfolgte, der den Wandel vom katholischen Zisterzienserinnenkloster zum evangelischen Damenstift herbeiführte.

1528 mussten die Dominikanermönche das St. Johannis-Kloster räumen. Da die Klosterfrauen zu Herwardeshude sich zunächst gegen die Annahme der neuen Lehre sperrten, wurden auf Beschluss von Rat und Bürger am 10. Februar 1530 die Klostergebäude zerstört. Den Nonnen, die zum evangelischen Glauben übertreten und weiter ein zurückgezogenes Leben führen wollten, wurde jedoch vom Rat der Stadt angeboten, in das von den Dominikanermönchen geräumte St. Johannis Kloster überzusiedeln. Im Rezess von 1536 wurde bestimmt, den großen Güterbesitz des ehemaligen Klosters Herwardeshude zu erhalten.

     

Kloster St. Johannis / Ansicht Leinpfadufer

Bild: Kloster St. Johannis / Ansicht Leinpfadufer